Am 8. Mai fand die erste offene Versammlung zu den Plänen des Berliner Senats, KI-basierte Überwachungskameras in den 7 kriminalitätsbelasteten Orten (kbO) Berlins zu installieren, in der Rigaer94 statt.
Zum Anfang wurden ein paar Worte dazu gesagt, warum wir zu der offenen Versammlung aufrufen: In den sieben kbOs in Berlin soll Videoüberwachung installiert werden, die mit einer KI-basierten Software das Verhalten der Menschen analysieren, und vermeintlich auffälliges Verhalten direkt an die Bullen melden soll. Bis zum 20. Juli sollen die Kameras am Kotti installiert werden, kurz später dann im Görlitzer Park, an der Warschauer Brücke und auf dem Alex. Nach dieser Testphase sollen dann auch die drei restlichen kbOs folgen: Hermannplatz, Hermannstraße und die Rigaer Straße. Dies sehen wir als einen Angriff auf die Gesellschaft und einen weiteren Schritt hin zum Überwachungsstaat. Es ist ein Teil des aufkommenden Faschismus, der sich ansonsten durch die immer härtereMigrationspolitik, starke Repression gegen progressive Bewegungen sowie die parallel zu den sozialen Kürzungen stattfindende Aufrüstung des Militärs und Militarisierung der Gesellschaft zeigt.
Die Kameras werden zuerst in die vermeintlich “kriminellen” Gebiete gesetzt um sich darüber die Legitimation zu schaffen, eine solche Überwachung durchzusetzen und uns ein Verständnis von Sicherheit aufzuzwingen, das nur die Reichen und Mächtigen schützt. Aber schon jetzt sehen wir, dass Innenminister Dobrindt über die KI-Kameras auf Bundesebene spricht und wissen deswegen: wenn wir ihre Pläne jetzt tolerieren, wird die Überwachung bald überall sein.
Zu dieser ersten offenen Versammlung am 8. Mai fanden sich 80-100 Personen zusammen, und schnell wurde alles an Infos zusammengetragen, was wir wussten: Wo sollen die Kameras installiert werden, wann soll das passieren, was bedeutet es überhaupt, dass diese KI-basiert sind?
Relativ bald kamen wir zu dem Schluss, dass wir uns nicht lange an theoretischen Fragen aufhängen sollten, sonder darüber sprechen was wir tun sollten, um diese Überwachung zu verhindern. In einem Brainstorming kamen verschiedene Ideen auf – von Fragen wie man solche Kameras zerstören kann, über rechtliche Schritte gehen oder kreative Aktionen durchführen war alles mögliche dabei. Deswegen teilten wir die Ideen in verschiedene AGs auf, um in diesen jeweils konkrete Pläne zu machen.
Die AG Poster und Sticker fand sich zusammen, um an Layout, Druck und verteilen von Postern und Stickern zu arbeiten. Einige Layouts sind jetzt in Arbeit, andere können noch diskutiert und neu gestaltet werden.
In der AG öffentlich kreative Aktionen geht es vor allem darum, kreative und anschlussfähige Aktionen zu planen, um das Bewusstsein zu der Aufstellung der Kameras zu stärken – ob mit aufblasbaren Tierkostümen, Lasershows oder Kamera-Pinatas.
Sich darüber informieren, wo es bereits Kämpfe gegen KI-Videoüberwachung gab und wie Erfolge und Misserfolge entstanden sind, möchte die AG Recherche zu anderen Kämpfen rund um Kameras.
In Kontakt mit weiteren Gruppen und Initiativen kommen, die zu dem Thema arbeiten könnten möchte die AG Networking.
Auf dem Blog aicamover.noblogs.org wird es kontinuierlich Updates zu der Versammlung, Material und Texte zu dem Thema geben, außerdem gibt es einige Verlinkungen zu anderen Initiativen und Kampagnen.
Außerdem gab es die Idee zu den weiteren Arbeitsgruppen Rechtliche Schritte, Politiker*innen unter Druck setzen und Info-Events – zu diesen haben sich bisher leider noch keine Personen gefunden, warten aber darauf, dass Menschen Initiative ergreifen – vielleicht ja in der nächsten Versammlung?
Diese wurde terminiert auf den 29. Mai 2026 und wird wieder um 18 Uhr in der Rigaer Straße 94 stattfinden. Kommt gerne vorbei, auch wenn ihr bei der Ersten noch nicht dabei wart!
Natürlich sind auch alle eingeladen, die noch weitere Ideen haben, was den Kameras nicht gut tun könnte!
Für das Abschaffen der kbOs!
Für eine Welt ohne Staatsüberwachung!
Report of the assembly on May 8
On May 8, the first public meeting regarding the Berlin Senate’s plans to install AI-based surveillance cameras in Berlin’s seven high-crime areas (kbOs) took place in Rigaer94.
To begin, a few words were said about why we were calling for this open assembly: Video surveillance is set to be installed in Berlin’s seven crime-prone areas (kbOs), using AI-based software to analyze people’s behavior and report supposedly suspicious behavior directly to the cops. The cameras are scheduled to be installed at Kotti by July 20, followed shortly thereafter by Görlitzer Park, Warschauer Brücke, and Alexanderplatz. After this test phase, the remaining three crime-prone areas will follow: Hermannplatz, Hermannstraße, and Rigaer Straße. We view this as an attack on society and another step toward a surveillance state. It is part of the rising fascism that is otherwise evident in increasingly harsh immigration policies, severe repression against progressive movements, and the military buildup and militarization of society occurring in parallel with social cuts.
The cameras are first installed in so-called “high-crime” areas to create a pretext for enforcing such surveillance and to impose on us a concept of security that protects only the rich and powerful. But we are already seeing that Interior Minister Dobrindt is discussing AI cameras at the federal level, and we therefore know: if we tolerate their plans now, surveillance will soon be everywhere.
About 80 to 100 people gathered for this first open assembly on May 8, and we quickly compiled all the information we had: Where are the cameras supposed to be installed? When is this supposed to happen? And what does it even mean that they’re AI-based?
We soon came to the conclusion that we shouldn’t get bogged down in theoretical questions for too long, but rather discuss what we should do to prevent this surveillance. During a brainstorming session, various ideas came up—from questions about how to destroy such cameras to taking legal action or carrying out creative actions, everything was on the table. That’s why we divided the ideas into different working groups to develop concrete plans in each one.
The Posters and Stickers Working Group came together to work on the layout, printing, and distribution of posters and stickers. Some designs are currently in progress, while others are still open for discussion and revision.
The Public Creative Actions Working Group focuses primarily on planning creative and engaging actions to raise awareness about the installation of cameras—whether through inflatable animal costumes, laser shows, or camera piñatas.
The Research Working Group aims to gather information on where struggles against AI video surveillance have already taken place and how successes and failures have unfolded.
The Networking Working Group aims to connect with other groups and initiatives that might be working on this issue.
The blog aicamover.noblogs.org will provide ongoing updates on the assembly, as well as materials and texts on the topic; it also includes links to other initiatives and campaigns.
There was also the idea of forming additional working groups on legal action, putting pressure on politicians, and organizing informational events—unfortunately, no one has stepped up to lead these yet, but they’re waiting for people to take the initiative—maybe at the next meeting?
It has been scheduled for May 29, 2026, and will once again take place at 6:00 p.m. at Rigaer Straße 94. Feel free to stop by, even if you weren’t able to make it to the first one!
Of course, everyone is invited to share any other ideas that might not be good for the cameras!
Abolish the KBOs!
For a world without government surveillance!